Der alte ist der neue Messerstecher!

Rede des Bündnisses NS Verherrlichung Stopppen auf der Demo
Fight Racism!
Grenzen auf für alle!
Solidarität mit allen Geflüchteten!
24.10.15 Köln

Ich spreche hier für das Bündnis NS-Verherrlichung stoppen.
Wir organisieren nun zum 3. Mal eine Antifa-Demonstration gegen den
alljährlich stattfindenden Naziaufmarsch in Remagen – nur 40 km südlich
von hier den Rhein rauf.
Als wir uns im Sommer vornahmen, die ehemaligen FAP Mitglieder zu einem Schwerpunktthema der Demonstration zu machen, wussten wir nicht, dass ein uns bekannter ehemaliger Nazi-Skinhead wieder mit dem Messer zustechen wird. Viele hatten in den 90er Jahren Angst vor ihm, weil er vollgesoffen Menschen aus der linken und Punker-Szene bedrohte. Sein Spitzname damals „Der Messerstecher“ war kein Zufall, sondern Tatsache.
Am Anfang sind wir noch vor ihnen weg gerannt – danach konnte man sie nur noch von hinten sehen.
Was wir damals schon wussten: Das religiös anmutende rechte Walhalla Denken der Generation Terror wird in den Köpfen bleiben. Auch wenn nicht alle von ihnen heute noch gewalttätig auftreten, so hat sich ihre Gedankenwelt nicht geändert. Bei manchen von ihnen sind die Nazitatoos noch auf dem Unterarm und Du fragst Dich, ob das der nächste Frank Steffen ist.
Die alten Strukturen der 90er Jahre sind weiterhin brandgefährlich. Heute wie damals geht die gesellschaftliche Debatte über eine Verschärfung des Asylrechts einher mit terroristischen Aktionen von Nazis, die sich als Vollstrecker eines rassistischen „Volkswillens“ gerieren. Transitzonen und Internierungslager sind eben prima mit den Zielen von Nationalsozialisten vereinbar. Denn „Nazis morden, der Staat
schiebt ab.“

Zwei Nazikader, die in den 90ern mit dem Messerstecher Steffen gemeinsam zu Rudolf-Heß-Märschen in Fulda und Luxemburg fuhren, sind Mitorganisatoren der Nazidemo in Remagen. Das sind Ralf Tegethoff, der mit seiner Kameradschaft 8/12 vor Ort ist, und Christian Malcoci. Auch wenn Malcoci auf Grund seines schlechten Gesundheitszustands nur noch den Lautsprecherwagen fährt, bleibt er eine wichtige Persönlichkeit für die rechte Szene. Die Organisationen der nationalsozialistischen Rechten, wie Wiking-Jugend, FAP und NF mögen immer wieder verboten werden, aber die dahinter stehenden Personen sind über Jahrzehnte hin identisch und gefährlich.

Unsere Solidarität ist mit den Betroffenen rechter Gewalt.

In Remagen marschiert der Rechtsterrorismus, deswegen kommt am Sa den 21. November zur Antifademo. Der Antifa AK aus Köln wird einen öffentlichen Treffpunkt organisieren.

„Für grenzenlose Solidarität mit allen Geflüchteten – Rechtsterrorismus stoppen!“