Archiv für Januar 2016

20 Jahre Brandanschlag in Lübeck

Antifa Infokneipe:
Samstag, 9. Januar 2016,
19 Uhr im La Victoria, Bornheimer Str. 57

Vor 20 Jahren, in der Nacht des 18. Januar 1996 brannte das Asylbewerberheim in der Hafenstraße 52 in Lübeck. 10 Menschen starben, 38 wurden zum Teil schwer verletzt. Noch in der Tatnacht wurden vier Neonazis aus Gevesmühlen und Umgebung festgenommen, die zum Zeitpunkt des Brandes in der Nähe des Hause in der Hafenstraße waren und von denen drei zudem frische Brandspuren aufwiesen. Damit schien der Lübecker Brandanschlag einen Höhepunkt der seit der Wiedervereinigung grassierenden neonazistischen Gewalt in Deutschland darzustellen. Die Pogrome von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen sowie bundesweite Brandanschläge wie 1992 auf ein von türkischen Menschen bewohnten Haus in Mölln, bei dem drei Menschen ermordet wurden, zeichneten solcherlei Gewalteskalationen schon vorher ab. Auch hatte es in Lübeck zuvor bereits zwei Brandanschläge auf die Synagoge gegeben.

Die politische Reaktion war primär durch die Sorge um das Ansehen des wiedervereinigten Deutschlands im Ausland gekennzeichnet. Bundespräsident Roman Herzog ließ nach dem Brandanschlag verlauten: „Sollte es sich wieder um einen rechten Anschlag handeln, dass reißt mir allmählich der Geduldsfaden, dann gibt es wieder Lichterketten“, der Präsident der Lübecker IHK fürchtete: „Lübeck wird nicht mehr mit Holstentor und Marzipan in Verbindung gebracht, sondern mit Brandanschlägen.“

Bei den dann folgenden Ermittlungen von Polizei und Staatsanschaltschaft schien das Ermittlungsergebnis schon vorher festzustehen – nämlich dass auf keinen Fall wieder rechtsradikale Deutsche die Verantwortlichen gewesen sein durften. Stattdessen (mehr…)

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