Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Sommer Sonne Antifa

Kultur- & Politik-Festival | 8. bis 11. August | Rheinland
Tickets & Infos: www.antifa.camp
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Linke Perspektiven auf die Wahl in Sachsen: Kaltland nicht aufgeben – Go east!

nullSa. 03.08.2019 Kaltland nicht aufgeben – Go east!
Linke Perspektiven auf die Wahl in Sachsen!

„Der Osten ist eh verloren!“, „Baut die Mauer wieder auf!“.
Mit den anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen sind solche und ähnliche Aussagen immer häufiger zu hören. In sozialchauvinistischer Manier wird über den Osten hergezogen, wobei (linke) Analysen und Perspektiven vollends hinten über fallen.
Zu zeigen, dass Ostdeutschland ein Thema ist, dass uns alle angeht und beschäftigen sollte, weil die dortigen Geschehnisse zum einen auch nur Vorboten einer bundesweiten Entwicklung sind und es zum Anderen schlichtweg eine Frage der Solidarität ist, ist Ziel des Vortrags.
Nach einer Einbettung des Rechtsrucks in einen gesellschaftlichen Kontext, sollen seine Ausprägungen in Sachsen dargestellt, sowie Möglichkeiten solidarischen Handelns auch über weitere Distanzen aufgezeigt werden; hierfür soll mitunter der dresdener Aufruf „Kaltland nicht aufgeben“(1) zu Rate gezogen werden.

Nach dem Vortrag besteht außerdem die Möglichkeit, diese und andere(2) Handlungsmöglichkeiten im Rechtsruck zu diskutieren und sich bei einer Limo mal näher kennen zu lernen.
Sa. 03.08.2019 Alte VHS Bonn Kasernenstraße 50
(1) http://critiquenact.blogsport.eu/2019/06/12/kaltland-nicht-aufgeben/
(2) https://www.nationalismusistkeinealternative.net/get-going-leitlinien-fuer-einen-antifaschismus-des-21-jahrhunderts/

Die Kontinuität des rechten Terrors

Es ist inzwischen ein paar Wochen her, dass Walter Lübcke, Regierungspräsident der CDU in Kassel, einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Der mutmaßliche Täter Stefan Ernst war Jahrelang nachweislich eng verbunden mit neonazistischen Strukturen und es gibt keine Anzeichen dafür, dass seine Überzeugung gebrochen wäre. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist diesmal bemerkenswert, denn es wurde ein (männlicher) Repräsentant diese Staates, der zudem noch Christdemokrat war, ermordet. Viele sind überrascht oder schockiert. Nach über zehn Jahren rassistischer Anschläge auf Migrant*innen und Jahrelanger Prozessführung gegen Beate Zschäpe kommt nun auch bei der CDU an, dass es ein gut organisiertes, bewaffnetes und terroristisches Neonazinetzwerk in Deutschland gibt. Bitter, dass der strukturelle Rassismus der CDU so offensichtlich wird, wenn die Damen und Herren Christdemokrat*innen erst anfangen, über Rechtsterrorismus zu reden, wenn es „einen von ihnen“ trifft. Antifaschist*innen im ganzen Land wiederholen derweil seit Jahren das immer gleiche Mantra von der Gefahr des rechten Terrors, von dem der NSU nur die oberste Spitze ist und gleichzeitig geschehen weiter Gewalttaten, werden skandalöse Verhältnisse bekannt und die AfD etabliert sich mehr und mehr.

Das Fass der rassistischen, antisemitischen und völkischen Verstrickungen ist so bodenlos, dass ein Statement definitiv nicht reicht, um jeden Aspekt angemessen zu beleuchten. In den folgenden Wochen wollen wir uns nach und nach mit einigen der Aspekte der rassistischen Normalität und der verkrusteten Strukturen in Deutschland beschäftigen. Der Mord an Lübcke und vor allem die öffentliche Reaktion haben uns veranlasst, wieder einmal das Thema Rechtsterrorismus in Deutschland aufzurollen.

  • Damit zusammen hängt selbstverständlich eine erneute Auseinandersetzung mit dem NSU und den Ursachen für die Art und Weise des Urteils.
  • Wir werden auf das Problem rechter Polizist*innen und Soldat*innen eingehen. Es ist offensichtlich ein riesiger blinder Fleck im deutschen Bewusstsein, dass sich Nazis und solche in Polizei und Milität gegenseitig mit Waffen und Informationen versorgen. Und das schon seit Jahren.
  • Wir sollten außerdem wieder einmal über den Verfassungsschutz reden. Warum es so schwer ist, diese offensichtlich verfassungsfeindliche Institution endlich aufzulösen.
  • Wir Antifaschist*innen sind in dieser Situation damit herausgefordert, unsere eigene Haltung zum Staat im Allgemeinen und zum deutschen Staat in diesem Fall zu diskutieren, denn kann man denn überhaupt gleichzeitig die Auflösung des Staates und härtere Strafen für Nazis fordern?
  • Wir werden außerdem thematisieren, welche Rolle die „Volksparteien“ in den letzten 30 Jahren bei der Organisation rechten Terrors in der Bundesrepublik gespielt haben. Die Bedeutung der Wiedervereinigung für die Eskalation rassistischer Gewalt in den neuen Bundesländern ist ein weiteres Puzzle Teil.
  • Welche Rolle spielt eigentlich die AfD? Inwieweit begünstigt rechter Populismus rassistische Gewalttaten.
  • Die Erzählung ließe sich noch ewig so weiter führen und das Netz der Bekanntschaften, Doppelmitgliedschaften und Sympathiebekundungen verknüpft all die militanten Neonazigruppen miteinander, von denen die staatlichen Institutionen immer gerne hätten, dass sie isoliert wären. Wenn in dieser Situation, in der sogar Horst „bis zur letzten Patrone“ Seehofer davon spricht, dass der „Rechtsextremismus brandgefährlich“ ist, und der CDU-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer nichts intelligenteres zum Mord an Lübcke einfällt, als die AfD als geistige Wegbereiterin für die Tat zu bezichtigen, herrscht offenbar immer noch viel zu wenig Wissen über neonazistische Organisierung in Deutschland.

    DAY ORANGE am 6. JULI in Bonn

    DEMONSTRATION AM 6. JULI, 14 UHR
    KONRAD-ADENAUER-PLATZ, BONN BEUEL

    Durch die Abschottung der Europäischen Union ist das Mittelmeer zu einem Massengrab geworden. Zehntausende Menschen sind bei dem Versuch, in Europa Schutz vor Verfolgung, Krieg und Elend zu finden, ums Leben gekommen.

    Das Sterben im Mittelmeer ist kein unvermeidliches Unglück, sondern das Resultat einer gezielten Politik des Wegsehens und der Abschreckung gegenüber schutzsuchenden Flüchtenden. Alle staatlichen Maßnahmen der Seenotrettung wurden eingestellt und zivilgesellschaftliche Seenotrettungsorganisation gezielt behindert und kriminalisiert.

    In Anbetracht dieser Situation rufen wir am Samstag, 6. Juli, gemeinsam mit einem bunten Bündnis aus Seenotrettungsorganisationen, Parteien, Parteijugenden, Hochschulgruppen und anderen zivilgesellschaftlichen und politischen Gruppen anlässlich des Day Orange, des Tags der Seenotrettung, zur Demonstration gegen das Sterben im Mittelmeer auf.

    Weitere Infos auch bei Seebrücke Lokalgruppe Bonn.

    Jüdischer Widerstand im Nationalsozialismus

    Vortrag & Diskussion mit Michael Fehrin
    (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)
    26. Juni | 19:00 Uhr | Hörsaal 3 | Uni Bonn

    „Sie haben sich wie Lämmer zur Schlachtbank treiben lassen!“ – So oder so ähnlich konnte man es an deutschen Stammtischen viele Jahrzehnte lang hören. Eine perfide These, die insbesondere den jüdischen Opfern der NS-Vernichtungsmaschinerie Passivität angesichts des Todes, wenn nicht sogar eine Mitschuld an ihrem Schicksal unterstellt. Ganz im Gegenteil haben sich jüdische Menschen, wenn es irgendwie möglich war, gegen den NS-Terror gewehrt.

    Der Vortrag bietet einen Überblick über den jüdischen Widerstand: Von mutigen Einzelkämpfer*innen, organisierten Widerstandsgruppen, kompletten Militäreinheiten und Partisan*innenverbänden bis hin zu Aufständen in Konzentrations- und Vernichtungslagern wird die Bandbreite des jüdischen Antifaschismus vorgestellt. Zudem wird die Frage erörtert, was eigentlich Widerstand während des NS-Regimes bedeutete und welche realen Spielräume für Nazi-Gegner*innen vorhanden waren.

    Veranstaltet von: Politische Initiative „Never Forget“
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