Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Der Düsseldorfer Wehrhahn-Anschlag: Alles aufgeklärt?

Versuch einer Zwischenbilanz fünf Wochen nach der Festnahme des mutmaßlichen Täters

Informations- und Diskussionsveranstaltung (mehr…)

Freiheitlich demokratische Grundwerte?

Die SPD in Troisdorf Wir dokumentieren unseren [korrigierten] Flyertext, welchen wir auf der gestrigen Kundgebung gegen den Landesparteitag der AfD in Troisdorf verteilt haben.

Was wir von der SPD nicht zu erwarten haben

Irgendwann einmal, vor 100 Jahren, gab es eine Partei, die sich gemeinsam mit anderen sozialen Akteur*innen zusammenschloss, um den reaktionären und menschenverachtenden Tendenzen im Land etwas entgegen zu setzen. Die SPD war Teil dieser ersten antifaschistischen Aktion. Für die Rechte der Arbeiter*innen, gegen Faschismus … Die alte Leier.

Auch heute noch gibt es eine stabile und motivierte Minderheit faschistischer Agitator*innen in Deutschland, die offensichtlich erfolgreich Teile der sogenannten bürgerlichen Mitte für sich gewinnen können. Und das internationale Parkett rassistischer Hampelmänner und -frauen beweist, dass Deutschland beileibe keine Sonderposition einnimmt.

Das Beispiel USA zeigt, dass ein faschistischer Führer auch den Effekt haben kann, dass sich eine starke antifaschistische Linke formiert. So erzählt man sich, die Antifa NYC habe in den letzten Wochen an die 2000 neue Mitgliedschaften zu verzeichnen gehabt. Zwar hat eine farblose Schreckschraube wie die Petry nicht das ekelhafte Charisma eines Trump, das heißt aber nicht, dass nicht auch in Deutschland von der AfD eine echte Bedrohung ausgeht – Und in diesem Fall ist „Würstchen grillen gegen Rechts“ einfach nicht genug.

Die SPD, in der sie sich untereinander immer noch Genossen [sic] nennen, soll nicht so tun, als wäre das hier ein Engagement gegen die rechte Mobilisierung, die beispielsweise einer AfD zum Aufstieg verhilft. Denn gerade eine neoliberale Politik, wie die der Agenda 2010, spielt doch eine zentrale Rolle für die Verschärfung der sozialen Spaltungen und für das Wegbrechen des Sozialstaats. Sich irgendeinen Zettel mit der Aufschrift „gegen rechts“ anzuheften und dann zu meinen, damit tatsächlich etwas gegen die sozialen Konflikte erreicht zu haben, während im Hintergrund die Rechte der Arbeitnehmer*innen mit Füßen getreten werden, ist wie Pfefferminzbonbons gegen Lungenkrebs.

Ach ja, und die Straßenantifa wird ausgeladen, denn mit „den Steineschmeißern“ will man nichts zu tun haben. Die übliche Auffassung, man habe es mit randständigen Spinnern zu tun, wird dem Phänomen Neorassismus und Neofaschismus einfach nicht gerecht. Die selbstgefällige Gemütlichkeit in der alteingesessenen „Anständigkeit der Mitte“, lässt die werten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten völlig übersehen, dass ihre Bequemlichkeit auf der falschen Überzeugung der strukturellen Gleichheit von linkem Aktivismus und rechter Gewalt beruht. Nur wer so etwas annimmt, kann auch ruhigen Gewissens die Antifa von einer Kundgebung gegen die AfD ausladen. Und es ist nicht nur ein sträfliches Versäumnis, die alten antifaschistischen Wurzeln vergessen zu haben! Denn die Berufung auf freiheitlich demokratische Grundwerte als Begründung mit der radikalen Linken nichts zu tun haben zu wollen, entspricht so sehr der bürgerlichen Ideologie von Konformität und Obrigkeitshörigkeit, dass derartiges Verhalten eher den Rechten in die Hände spielt, als fortschrittliche gesellschaftliche Impulse zu setzen.

Und schon als sie noch in den Kinderschuhen steckte, war die SPD eine grobe Enttäuschung: Der Schulterschluss der MSPD mit den Kaiserlichen 1918 spielte eine Rolle für die zunehmende Kriminalisierung von Linken.

Wenn die Angewohnheit sich immer wegzuducken oder mit den stärksten Kräften zu schwimmen als politische Praxis verstanden wird, nützt auch Würstchengrillen gegen Rechts nicht viel.

Antifa Bonn/Rhein-Sieg, März 2017

Kaffeefahrt und Kuchenkränzchen gegen die AfD in Troisdorf

Dass die AfD rassistisch ist und durch gezielte Provokationen die Grenze des Sagbaren immer weiter nach rechts verschiebt, ist nichts Neues und sollte inzwischen wirklich überall angekommen sein. Offensichtlich wollen ihre Anhänger*innen die kommenden Monate für weitere regelmäßige Provokationen nutzen und halten in allen größeren Städten des Landes Parteitage ab. So auch nächsten Samstag, den 4. März in Troisdorf. Leider können wir die große Akzeptanz, die die AfD offensichtlich genießt, nicht unmittelbar verhindern, aber wir können die rassistische Frühlings-Tour auch nicht einfach geschehen lassen.

Wir laden deswegen zum antifaschistischen Kaffeekränzchen ein.

Kommt am Samstag, den 4.3.17 nach Troisdorf und beteiligt euch an kreativen Protestformen!

Bringt Torten mit! Passt auf euch auf!

Gemeinsame Anreise aus Bonn: Samstag – 9:00 Uhr – Bahnhof Beuel

Solidarität mit dem Libertären Zentrum

Flyer LiZ SolidaritätKundgebung und Filmvorführung
Samstag, 04.02.2017
19 Uhr vor der Rathausgasse 6

Am 27.01.2017 räumte die Polizei nach achtmonatiger Besetzung das Libertäre Zentrum Bonn. Acht Monate, in denen Menschen viele Dinge schaffen konnten. Nicht nur wir als Antifa fanden mit unserer Antifa Info Kneipe den Raum, den wir dringend benötigten. Das LiZ stellte für viele Menschen den einzigen Raum dar, in dem ein anderes Leben jenseits von Verwertungslogik und gesellschaftlicher Gesamtscheiße erprobt werden konnte.

Dieses Erproben konnte durch viele kulturelle und politische Veranstaltungen – darunter Vorträge, Konzerte, Workshops – eine Zeit lang ermöglicht werden. Jedoch nicht ohne Schwierigkeiten, denn Hausmeister, Signa, Stadt und einige wenige Gewerbetreibende in der näheren Umgebung machten es sich zur Aufgab,e gegen diesen Freiraum zu kämpfen und schreckten auch nicht davor zurück, den rechtsfreien Raum zu betreten, z.B. indem sie Kabel durchschnitten, Menschen einschlossen und bedrohten. Damit setzten sie letztendlich nicht nur das Leben und die Freiheit der Besetzer*innen sondern auch das der geflüchteten Familien, die in einer Wohnung über dem Squat wohnen, aufs Spiel. Diese massive Repression sowie die Räumung durch die Kriminalpolizei sehen wir nicht nur als Angriff auf einen Freiraum sondern als Angriff auf alle emanzipatorischen Ideen und Wünsche der Menschen, die jeden Tag dafür kämpfen.

Wir solidarisieren uns mit den Besetzer*innen des LIZ Bonns und fordern egal ob in Bonn, Köln, Thessaloniki oder London….
DIE HÄUSER DENEN, DIE SIE NUTZEN!
Deshalb tragen wir unseren Protest am Samstag, den 04.02., auf die Straße und zeigen was wir von einer Politik des Leerstands und menschenfeindlicher Spekulation halten. Wir treffen uns am 19:00 Uhr vor der Rathausgasse 6, für warmes Essen ist gesorgt! Außerdem werden wir Filme zum Thema Hausbesetzung zeigen.
Alerta!

Proteste in Koblenz gegen ENF

Am Samstag, den 21.01.2017, kommt das „Europa der Nationen und der Freiheit“ nach Koblenz. Der sogenannte ENF ist die Fraktion der Ultrarechten im Europäischen Parlament. Die Creme de la Creme der rechtsradikalen Politszene wird sich dazu in Koblenz einfinden, um Allianzen zu schmieden: Marcus Pretzell, Frauke Petry, Marine Le Pen, Gert Wilders…

Am Freitag, den 20.01.2017 findet daher unter dem Motto „Rechtspopulisten wegbassen“ eine Nachttanzdemo durch Koblenz tragen. Treffpunkt ist gegen 19 Uhr am Hbf Koblenz. Kommt in bunt und mit viel Glamour und Glitzer, um den Menschenfeinden Lebensfreude entgegenzusetzen.
Am Tag selber mobilisiert das Bündnis „Koblenz bleibt bunt“ zu einer Demonstration um 11 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof.

Mehr zu den Protesten findet ihr bei der Antifa Koblenz und beim DGB Koblenz